Feste im Jahreskreis

Christlicher Sinn, das Heilsangebot Gottes findet sich im Jahresfestkreis, dem Kirchenjahr. Dieser Sinn ist lebendig, wenn er in das Gedächtnis gerufen und gelebt wird, sich in Festen und Liturgie thematisiert, sich durch Riten und Brauchtum stabilisiert.

Die allermeisten Christen kennen den Mai und den Oktober als Marienmonat. Aber auch im September ehren wir die Gottesmutter, wenn es auch nicht den reichen Traditionsschatz gibt wie Mai- und Rosenkranzandachten oder die Kräuterweihe zum Fest der Aufnahme Marias in den Himmel im August. Am 8. September feiert die Kirche die Geburt Marias – neun Monate nach dem Fest ihrer unbefleckten Empfängnis. Die Kirche kennt das Fest zur Geburt der Gottesmutter schon seit dem 7. Jahrhundert.

Das zweite Marienfest am 12. September ist rund 1.000 Jahre jünger. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Fest Mariä Namen für die ganze Kirche eingeführt. Der Grund für die Einführung wirkt heute befremdlich: 1683 konnte ein zahlenmäßig deutlich unterlegenes Heer die türkische Belagerung Wiens beenden und trug dabei ein Banner der Gottesmutter voran. 1970 wurde das Fest aus dem römischen Generalkalender gestrichen, jedoch 2001 wieder aufgenommen, da es gerade im deutschen Sprachraum zu stark im Volksglauben verankert ist. Heute erinnert uns das Fest an die „immerwährende Hilfe", um die wir die Gottesmutter bitten können. Am 15. September folgt das Fest Mariä Schmerzen (7 Schmerzen Mariens), das seit 1423 bekannt ist, aber erst Anfang des 19. Jahrhunderts für die ganze Kirche verfügt wurde. Das Fest erinnert uns an die Leiden und Schmerzen (symbolisiert durch sieben Schwerter), die Maria als Mutter Jesu auf sich genommen hat.

Einen Tag vor dem letzten Marienfest, am 14. September, feiert die Kirche das Fest der Kreuzerhöhung. Es geht auf den Bau der Grabeskirche durch Kaiser Konstantin 335 zurück, bei deren Einweihung ein Kreuz verehrt wurde, das Konstantins Mutter als Kreuz Christi gefunden haben soll. In der heutigen Zeit, in der das Kreuz als öffentliches Zeichen immer stärker kritisiert wird, erinnert uns das Fest an die zentrale Bedeutung des Kreuzes für den christlichen Glauben.

Am Ende des Monats, am 29. September, ist Michaelis, der Tag des Erzengels Michael; seit 1969 wird an diesem Tag auch der Erzengel Raffael und Gabriel gedacht. Engel führen inzwischen ein Eigenleben; für Christen sind sie dagegen nur in der Verbindung zu Gott zu denken.

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